Geboren wurde ich im Jahre 67 in Wien und wuchs in Niederösterreich auf. Als ich die 4.Klasse Hauptschule besuchte und keinerlei konkreten Berufswunsch äußerte und meine Noten – welche den gleichen lethargischen Eindruck machten wie ich selbst auch - keine klare Entscheidung seitens meiner Eltern herbeiführen konnten, schnappte mich mein Vater und ging mit mir aufs Arbeitsamt um mich einem diffusen Test auszusetzen, welcher vorgab meine Stärken und Schwächen zu erfassen. Bei der im Anschluss geführten Testbesprechung meinte die Sachbearbeiterin, dass ich irgendein Handwerk lernen und um Gottes willen nicht auf eine höhere Schule geschickt werden solle. Bei all meinen unnetten Gedanken für diese Dame muss ich doch festhalten, dass es gerade diese herabwürdigende Aussage war, die mich aus der Lethargie riss – und ging in eine HTL.
Meine erste Arbeitsstelle war eine Ernüchterung – ich kündigte fünf Wochen später und begann eine Ausbildung zum psychiatrischen Pfleger. Obwohl der damalige Schuldirektor ein Verhalten an den Tag legte, das in uns Schüler/inne/n den Verdacht schürte er sei selbst nicht ganz koscher, war ich doch euphorisch bei der Sache, denn meine Praxiseinheiten machte ich in einer Abteilung, die fachlich, didaktisch und menschlich hochkompetent geführt wurde. Ich lernte sehr schnell und sehr gut – bis ich einer anderen Abteilung zugewiesen wurde – dort lernte ich den Vorhof der Hölle kennen. Wie sich im weiteren Verlauf herausstellen sollte, war dies der dort übliche Alltag im Jahre 1989 und meine Erfahrungen in der ersten Abteilung die berühmte Ausnahme. Psychiatriereform als reines Kosmetikwort – ich kündigte und wechselte in den technischen Verkauf, von dort in die Qualitätskontrolle, weiter in die Bauleitung, es folgte...die totale berufliche Unbefriedigung.
Ich machte mich mit einer wunzig-kleinen Keramikwerkstatt selbständig und verbrachte die bis dato erfülltesten beruflichen Jahre. In dieser Zeit heiratete ich und meine Tochter kam zur Welt. Als sie 6 Monate jung war sperrte ich meine Werkstatt zu und ging in Karenz.
Ich lernte eine völlig neue Dimension des Lebens und Liebens kennen, was mich dazu veranlasste meine Werkstatt zugesperrt zu lassen und in einem Hort zu arbeiten. Dort stellte ich fest, dass ich endlich am richtigen Weg war – ich konnte den Ruf meines Herzens hören, und hey, du weißt doch, wenn man/ich/du endlich einmal den Ruf des eigenen Herzens hören kann, was nicht nur heutzutage gar nicht leicht ist, dann wäre es dumm (sehr sehr milde ausgedrückt) diesem nicht zu folgen.
Ich studierte Erziehungswissenschaften und Sonder-Heilpädagogik und fühlte mich dabei katzenwohl (mit Pudel habe ich nämlich nichts am Hut). Mein Sohn kam in dieser Zeit zur Welt und bei ihm blieb ich ein Jahr zuhause.
In den nächsten Jahren war ich hauptsächlich mit der Betreuung von Jugendlichen und Erwachsenen, welche an Depression und/oder Angst litten beschäftigt (bei Club D&A), machte eine Zusatzausbildung für die Erfassung und Behandlung von Teilleistungsschwächen (Dr. Sindelar), schnupperte in die Psychomotorik und Ortho-Bionomy, war in der Weiterbildung tätig und eröffnete eine freie Praxis für heilpädagogische Beratung und Betreuung.
Knapp 10 Jahre war ich für einen großen Kindergartenbetreiber Wiens als Erziehungs- und Familienberater tätig, wobei diese Bezeichnung eine irreführende ist, denn diese Arbeit stellt ein Sammelsurium an Tätigkeiten dar:
Beratung in : Fragen zur Erziehung, Beziehung, Trennung/Scheidung, Verlust, Verhalten am Arbeitsplatz, Kommunikation im Team, Umgang mit Arbeitskolleg/inn/en und Eltern und Vorgesetzten, Krisenintervention bei Kindern und Jugendlichen und Pädagoginnen, Intervision, Coaching, Mentoring, Vernetzung, ... für alle am Erziehungsprozess beteiligten Personen.
Zusätzlich begleitete ich Konzepterstellungen im pädagogischen Bereich und versuchte der Wissenschaft ein wenig Geltung zu verschaffen. Zusätzlich baute ich eine Besuchsbegleitungseinrichtung auf.
In der Zwischenzeit, damit’s nicht fad wird, habe ich meine Dissertation zum Thema "Depression und Konfliktbewältigung" abgeschlossen und mit der Ausbildung zur Psychotherapie – Existenzanalyse begonnen, die Weiterbildung in Säuglings-, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie absolviert, und befinde mich zur Zeit im Supervisionsstatus.
Was ich sonst noch mache? Wie ich entspanne? Nun, das Meiste ist schon implizit gesagt: Zeit mit meiner Frau, meinen Kindern, wissenschaftliche Arbeiten, hobby-philosophische und humoristische Texte erstellen. Dann wäre da noch Gartenarbeit - als Gegengewicht zur Kopfarbeit, Musik hören, Filme sehen, Freunde treffen zum reden, lachen, sinnieren, visionieren und spielen, lesen, essen, Katze streicheln, in der Sonne liegen, malen, töpfern …