Psychotherapeutische & Pädagogische Praxis
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Erfassen von Teilleistungsschwächen und -stärken
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Erfassen von Teilleistungsschwächen und -stärken

Erfassen von Teilleistungsschwächen und -stärken

Der häufigste Grund, warum Eltern und Pädagog/inn/en meinen Dienst in Anspruch nehmen, sind Verhaltensauffälligkeiten von Kindern, gefolgt von Konzentrations- bzw. Lernproblemen, wie etwa Legasthenie.
Die Gründe hierfür können verschiedene sein, ein solcher – zudem auch sehr häufiger – Grund sind Teilleistungsschwächen.
 
Um sich im Leben orientieren und sicher unterwegs sein zu können, werden verschiedene Fähigkeiten benötigt: dazu zählt das Zurechtfinden am eigenen Körper und im Raum, die Aufnahme und Verarbeitung von visuellen und akustischen Sinneseindrücken, die Fähgkeit verschiedene Leistungsbereiche miteinander zu verknüpfen, und einen Rhythmus, eine Serie zu erkennen und wiedergeben zu können. Nicht hinter jedem Symptom muss eine Teilleistungsschwäche stecken, doch oft ist dies der Fall.
 

Um nun Sicherheit zu erlangen, was der Grund ist, ist eine genaue Abklärung nötig. Dies geschieht mittels eines Verfahrens nach Dr. Sindelar; hierbei werden alle Teilbereiche untersucht. Eine angeschlossene Besprechung beinhaltet auch einen Trainingsvorschlag. Auf Wunsch kann über diese Untersuchung ein schriftliches Gutachten ausgestellt werden.

Das Training - entwickelt von Dr. Sindelar (vgl. http://www.sindelar.at) -  ist so ausgelegt, dass es zu Hause leicht durchgeführt werden kann. Dabei wird an der Basis angesetzt, nicht am Symptom. Viele herkömmliche Legasthenietrainings kaschieren kurzfristig das Symptom, doch die zugrunde liegende Teilleistungsschwäche wird dabei nicht beachtet.

Etwa alle 3-4 Wochen erfolgt eine Überprüfung.

 

Diese sogenannten Teilleistungsbereiche können wie folgt gegliedert werden (vgl. Dr. Sindelar, 1994):

  1. Körperschema: wo finde ich was an mir (nur wer an und mit sich sicher ist, kann auch sicher in der Welt sein)
  2. Raumorientierung 3-dimensional: im konkreten Raum orientieren/bewegen können
  3. Raumorientierung 2-dimensional: sich auf einem Blatt Papier/auf der Tafel zurecht finden
  4. Visuelle Figurgrunddifferenzierung: sich auf ein Gesehenes fokussieren können, um das Wichtigste herauszufiltern
  5. Visuelle Differenzierung: genau unterscheiden, Feinheiten erkennen
  6. Visuelles Gedächtnis: Gesehenes speichern, sowie abrufen können
  7. Auditive Figurgrunddifferenzierung: sich auf Gehörtes fokussieren können, um das Wichtigste herauszufiltern
  8. Auditive Differenzierung: genau unterscheiden, Feinheiten erkennen
  9. Auditives Gedächtnis: Gehörtes speichern, sowie abrufen können
  10. Intermodalität visuell – auditiv: Inhalte aus visuell aufgenommenen Eindrücken mit Inhalten aus dem auditiven Bereich verknüpfen können
  11. Intermodalität auditiv – visuell: Inhalte aus auditiv aufgenommenen Eindrücken mit Inhalten aus dem visuellen Bereich verknüpfen können
  12. Serialität: erkennen von zusammengehörigen Teileindrücken

Vor allem Schulkindern wird immens viel abverlangt, meist ohne die Möglichkeit, „es sich selbst zu richten“; denn ein Erwachsener mit einer Teilleistungsschwäche wird sich intuitiv und aufgrund eines größeren Freiheitsgrades, sein Leben mehr nach seinen Stärken einrichten, und dort, wo er mit seiner Schwäche gefordert ist, mit seinen Stärken kompensieren – worin ein Grund zu finden ist, warum man zumeist erst im Schulalter auf eine solche Schwäche aufmerksam wird.

 
Die Entwicklung dieser Teilleistungen beginnt bereits während der Schwangerschaft, viele werden erst im Laufe der ersten Lebensjahre etabliert und manche Fähigkeiten, wie etwa das Plan-lesen, werden erst mit etwa 9-11 Jahren völlig beherrschbar.
Treten im Laufe dieser Entwicklung und diesem Lernen Störungen auf, können Teilleistungsstörungen – in weiterer Folge Teilleistungsschwächen genannt – auftreten. Solche Defizite drücken sich auf unterschiedliche Weise aus, abhängig von der Persönlichkeit und dem Umfeld des Kindes.
Demnach ist eine detaillierte Auflistung wenig sinnvoll, jedoch zur Orientierung können wir festhalten:
 
Zum Beispiel erscheint das Kind
  • ungeschickt („patschert“), tut sich schwer altersentsprechende Kleidung aus- und anzuziehen,
  • scheut die Spielgeräte am Spielplatz oder aber ist nicht mehr wegzubekommen – i. S. von intuitiver Erfassung des Nötigen,
  • kann als Volksschüler/in beim Schreiben die Zeile kaum halten, macht Abschreibefehler,
  • verliert sehr leicht die Konzentration – das berühmte Vogerl vorm Fenster und weg ist die Aufmerksamkeit,
  • ist immer in Bewegung, kommt kaum zur Ruhe,
  • beherrscht die Sprache nicht altersentsprechend,
  • tut sich schwer beim Zeichnen und Malen (Maxerl, Mandala) oder verweigert überhaut,
  • unterbricht oft seine Tätigkeiten, da anderes sehr wichtig scheint (Durst, Hunger, WC gehen, erzählen, in der Schultasche kramen, …)
  • Klassenkasperl, geringe Frustrationsgrenze,
  • Vertauscht, verdreht Zahlen und/oder Buchstaben,
  • Fügt Buchstaben hinzu oder lässt welche weg,
  • die Schrift wird als schlampig eingestuft,
  • und noch vieles andere mehr.
 
Ein Tipp:
Wann war ihr Kind zuletzt bei einer augenärztlichen Kontrolle?
 
 
 
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